Mattenhandball

als hinführende Spielform zum großen Sportspiel Handball


Im Folgenden möchte ich eine selbstentwickelte Spielform, die als Hinführung zum großen Sportspiel Handball dient, vorstellen:

Sie wurde zusammen mit meinen Schülern in den letzten Jahren in meinem Sportunterricht praktisch erprobt, ständig mit neuen Regeln erweitert bzw. „feingetunt“ und hat sich mittlerweile absolut bewährt, weshalb sie in meinen Augen eines kurzen Artikels wert ist.

 

Der Sportunterricht stellt für mich einen tollen Ausgleich zu meinem Mathematikunterricht dar, da die SchülerInnen hier auf ganz anderen Ebenen angesprochen werden können, als es die Naturwissenschaften tun. Vor allem in persönlicher und sozialer Hinsicht bietet er in meinen Augen viele Chancen und Möglichkeiten, positiv auf die Entwicklung der SchülerInnen einwirken zu können.

 

Die letzten Jahre haben mir jedoch gezeigt, dass Regeln aufstellen, akzeptieren und sich daran halten sowie im Team denkend zu agieren für die SchülerInnen zusehends schwerer werden. Bei der Entwicklung der Spielreihe war es mir dementsprechend wichtig, die SchülerInnen in diesen Prozess hinsichtlich eines sinnvollen Regelwerks miteinzubeziehen.

 

Die Hinführung zum letztendlichen Zielspiel Handball mit Hilfe geeigneter Spielformen erschien mir schon immer sinnvoller und motivierender als die Vermittlung durch methodische Übungsreihen der einzelnen Techniken. Frei nach dem Motto „Spielen erlernt man durch Spielen“ habe ich seit Beginn meines Lehrerdaseins etliche käuflich erworbene Fachbücher durchwälzt, immer auf der Suche nach zur Thematik passenden Spielformen. Ich war des Öfteren überrascht, welch komplexe, nicht motivierende Spielformen es gibt, die nach deren Erprobung in meinen Augen häufig praxisuntauglich erschienen.

 

Klare und transparente Regeln sind für ein gelingendes Spiel unabdingbar und absolut notwendig und so kam ich Schritt für Schritt zur Entwicklung des Spiels „Mattenhandball“. Die im Video vorgestellte Vorstufe zum Endspiel wurde bezüglich der Regeln schrittweise eingeführt und immer wieder mit den Schülern gemeinsam überlegt, warum welche der geltenden Regeln notwendig für das Gelingen sind.

 

Als Einführung bieten sich zunächst Spielformen wie „10er Ball“ (Ball muss innerhalb der eigenen Mannschaft 10mal gepasst werden, um einen Punkt zu erhalten) an. Hierbei hat es sich als sinnvoll erwiesen, verschiedene Wurfgeräte (Rugbyei, Ringe, Tennisbälle etc.) als Ball einzusetzen, um so nebenbei das Werfen und Fangen zu üben und zu verbessern.

Um das spätere „Angriffsprozedere“ einzuführen, habe ich die im nebenstehenden Bild dargestellte Spielform „Mattenball – Vorbereitung“ (eine leichte Abwandlung dieser Spielform ) genutzt.

Der Vorteil dieser beiden einführenden Spielformen besteht darin, dass durch das Weglassen der Tore die gleichmäßige Aufteilung im Raum und das Zusammenspiel im Team in den Fokus rückt.

Das im Video vorgestellte Spiel „Mattenhandball“ bindet nun die Tore mit ins Spiel ein, was für die Schüler natürlich ein absoluter Motivationsfaktor ist, gewährleistet jedoch durch den Einsatz der Matten am Handballkreis und den geltenden Regeln ein Zusammenspiel im Team und die Nutzung des Raumes.

(Das Video versteht sich als Erklärvideo für Kolleginnen und Kollegen und wurde bisher noch nicht im Flipped Classroom Szenario eingesetzt)


Das Spiel ist wie bereits erwähnt in mehreren Jahrgängen und Klassenstufen zum erfolgreichen, praktischen Einsatz gekommen und konnte Jahr für Jahr nach einer gewissen Eingewöhnungsphase von den Schülern komplett alleine organisiert und durchgeführt werden. Es stellt für mich eine tolle Vorstufe zum Zielspiel Handball dar.

 

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere Lust bekommen hat, das Spiel mit seinen SchülerInnen zu testen und bin natürlich entsprechend auf Rückmeldung hier im Gästebuch bzw. auf meiner Facebookseite gespannt.

 

Ich freue mich über einen Austausch, denn eine Zusammenarbeit und das „gemeinsame Denken“ können nur zeitsparend, gewinnbringend und förderlich im Sinne der Entwicklung unserer Schüler sein.